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Kommunikation per Brain Computer Interface bei ALS-Patienten mit vollständigem Locked-in-Syndrom

Aktualisiert: 19. Sept 2018



Einem Tübinger Professor für Neurowissenschaften gelang es mit einem Patienten, der an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) leidet und aufgrund dessen von dem Locked-in-Syndrom (LIS) betroffen ist, per BCI (Brain-Computer-Interface) zu kommunizieren.


Besagter Patient leidet an einer besonders schnell fortschreitenden Variante der ALS-Erkrankung, wobei sich auch seine Fähigkeit Blickmotorik und den Lidschlag zu nutzen immer weiter einschränken, bis hin zum vollständigen Locked-in-Syndrom (CLIS), wo auch diese, letzte motorische Fertigkeit den Betroffenen abhanden kommt. Ab diesem Punkt ist eine, bis dahin mögliche, Kommunikation über ein Augenzwinkern als visuellem Signal nicht mehr möglich.


Nachdem die Nahinfrarotspektroskopie (NIRS), aufgrund einer Anschwellung des Kopfes, keine verwendbaren Ergebnisse gebracht hat, konnten mithilfe der Elektroenzephalografie (EEG) brauchbare Messdaten ermittelt werden, welche dann an einen Computer übertragen werden konnten.


Durch dieses BCI konnten dem Patienten 40 Fragen gestellt werden, je 20 zum Allgemeinwissen und 20 persönliche Fragen, wovon er alle richtig beantworten konnte.

Bereits 1999 konnte erstmalig ein Patient mit Locked-in-Syndrom und 2014 eine Patientin mit Complete-Locked-in-Syndrom auf Fragen per BCI antworten.

Fragen in dieser Anzahl, derartig präzise zu beantworten, ist jedoch erstmalig gelungen und zeigt den Fortschritt den diese Technologie in den letzten Jahren erfahren hat.


Für Patienten die unter dem Complete-Locked-in-Syndrom leiden sind solche Erfolge, bezüglich der Weiterentwicklung der Brain-Computer-Interfaces, nicht hoch genug zu bewerten, da sie die einzige Kommunikationsmöglichkeit zur Außenwelt, sowohl zu Familie und Freunden, als auch zu Ärzten und Pflegepersonal darstellen.

Dadurch können sie, zumindest in Bezug auf mögliche Kommunikation, teilweise aus dem „Einschluss in ihrem eigenen Körper“ befreit werden.


Quelle: (http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/medizin-ist-da-wer-1.4025839)

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