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Virtuelle Realität im Gang-Training

Aktualisiert: 19. Sept 2018

und wie es sich auf die Verbesserung des Gangbildes und die Verringerung der Sturzgefahr bei Patienten mit Parkinson-Erkrankung auswirkt:


Sowohl Gang- als auch kognitive Einschränkungen sind Symptome der Parkinson-Erkrankung, welche in erhöhtem Sturzrisiko und eingeschränkter Mobilität resultieren. Traditionelles Gangtraining beinhaltet nicht die Aufgaben und Ablenkungen, die man im alltäglichen Leben während des Gehens bewältigen muss. Durch die Virtuelle Realität werden vergleichbare Situationen simuliert, indem motorisches Lernen mit kognitiven Aufgaben in komplexen Umgebungen verbunden wird.



Im Jahr 2010 wurde eine Studie, veröffentlicht im Journal of Gerontology, bei der mit 20 Patienten, welche jeweils in 18 Sitzungen (3 mal in der Woche) ein progressiv in der Intensität steigendes Laufbandtraining mit virtuellen Hindernissen absolviert haben, durchgeführt.

Gemessen wurden hierbei der Gang unter normalen Bedingungen, während einer Aufgabenbewältigung und bei der Überwindung physischer Hindernisse.

Kognitive Funktion und funktionelle Ausführung wurden ebenfalls berücksichtigt.

Die Patienten waren im Durchschnitt 67,1 Jahre alt (+/-6,5 Jahre) und hatten eine bisherige Krankheitsdauer von durchschnittlich 9,8 Jahren (+/-5,6 Jahre).

Durch das Training konnte die Gehgeschwindigkeit in allen gemessenen Bereichen

(unter normalen Bedingungen, während einer Aufgabenbewältigung und bei der Überwindung physischer Hindernisse) signifikant verbessert werden.

Weitere Gangparameter wie die Schrittlänge und negative Abweichungen während des Gehens konnten, im Vergleich zum Zustand vor dem Training, auch während der Aufgabenbewältigung, maßgeblich verbessert werden.


Bei der Hindernisbewältigung wurde die Distanz zwischen Fuß und Hindernis um durchschnittlich 52% erhöht, indem die Patienten größere Schritte hinüber machten, was das Sturzrisiko deutlich verringerte.

Darüber hinaus machten die Teilnehmer 31% weniger Fehler bei den kognitiven Aufgaben, woraus sich schließen lässt, dass der reine Vorgang des Gehens weniger Konzentration von ihnen forderte.

Dieser Fortschritt sollte die Patienten auch besser in die Lage versetzen, im Alltag, während des Gehens, sich ergebende Tätigkeiten zu bewältigen.

Auch die Ausdauerleistungsfähigkeit hat sich wesentlich erhöht, in einem Zeitraum von 6 Minuten konnte durchschnittlich eine um 59 Meter längere Strecke zurückgelegt werden, was 117% der ursprünglichen Strecke entspricht.

Die Fortschritte wurden sogar nach längerer Trainingspause für mindestens 4 Wochen erhalten, in einzelnen Fällen verbesserten sich die Gangparameter sogar weiter.

Dies lässt darauf schließen das sich durch das VR-Training neue Bewegungsstrategien implementiert haben, was eine andauernde Verhaltensänderung ausgelöst hat.



Insbesondere bemerkenswert sind die Fortschritte und ihre Nachhaltigkeit gegenüber herkömmlichem Laufbandtraining, welches geringere und vor allem weniger dauerhafte Anpassungen hervorruft.


Zusammenfassend: Das VR-Training auf dem Laufband bietet Parkinson-Erkrankten eine Möglichkeit ihr Gangbild nachhaltig zu verbessern, indem Hindernisse simuliert werden die auch im Alltag in ähnlicher Form vorkommen können.

Die hierdurch hervorgerufene Automatisierung des Gangvorganges versetzt besagte Patienten wieder in die Lage, während des Gehens notwendige Aufgaben zu erledigen und verringert somit die Sturzgefahr.

Aufgrund dieses Umstandes ist das VR-Training auf dem Laufband auch Menschen ohne Parkinson-Erkrankung, die aber ähnlich gelagerte Einschränkungen haben, wie andere neurologischen Erkrankungen oder altersbedingten Ausfallerscheinungen, anzuraten.


Daher freuen wir uns bei SNAP besonders mit unserem Zebris RehaWalk System Ihnen eine Trainingsmöglichkeit bei uns am Standort zu bieten.



Virtual reality for gait training: can it induce motor learning to enhance complex walking and reduce fall risk in patients with Parkinson's disease?

Mirelman A, Maidan I, Herman T, Deutsch JE, Giladi N, Hausdorff JM.

J Gerontol A Biol Sci Med Sci. 2011 Feb;66(2):234-40.

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